Kindheit, Lebensskript und biografische Leerstellen
Zur Transaktionsanalyse gehört auch die Vorstellung eines Lebensskripts. Gemeint ist ein unbewusster Lebensplan, der unter dem Einfluss früher Botschaften und kindlicher Entscheidungen entsteht und später Wahrnehmung und Verhalten mitprägen kann.
Nicht jede Erinnerungslücke ist deshalb ein »Skriptmoment«, und nicht jede Leerstelle verbirgt ein einzelnes, entscheidendes Ereignis. Mit den Begriffen der Transaktionsanalyse lässt sich die Leerstelle in Schulmans Roman jedoch als jener Bereich lesen, in dem frühe Erfahrungen und Schlussfolgerungen Teil eines Lebensskripts geworden sind.
Der erwachsene Vidar kann seine gegenwärtige Reaktion nicht verstehen, solange ihm der Zusammenhang mit dem Kind, das er einmal war, verborgen bleibt. Seine Vergangenheit erklärt nicht alles. Aber sie verändert die Bedeutung dessen, was in der Gegenwart geschieht.